Für CNC-Drehtische eigenen sich Schneckengetriebe oder Roller-Getriebe besonders gut, weil auf kleinem Raum ein grosses Übersetzungsverhältnis, meist Selbsthemmung und hohe Genauigkeiten erreicht werden. Es stellt jedoch hohe Anforderungen an Lagerungs- und Dichtungstechnik und setzt für Präzisionsarbeiten eine hervorragende, verdrehfreie Spindelklemmung voraus. Im Unterschied zum Direktantriebs-Drehtisch (DD) sind jedoch die Drehzahlen deutlich geringer und sie reagieren auf tangentiale Kollisionen deutlich empfindlicher. Vor diesem Hintergrund eignen sich die Getriebe-Drehtische hervorragend für Präzisionsarbeiten, zum Bewegen grosser Lasten und wenn hohe Bearbeitungskräfte oder Massenträgheit wirken. Typischerweise zum Fräsen, Bohren und Schleifen, wohingegen die Direktantriebs-Drehtische für hohe Dynamik geeignet sind oder wenn Drehoperationen gefordert sind.

Vorteile

Moderne Getriebe-Drehtische sind mit spielfrei vorgespannten Getrieben ausgerüstet, z.B. mit Roller-CAM-Getriebe oder PGD-Getriebe von pL LEHMANN. Ein grosser Nachteil, den herkömmliche Schneckengetriebe haben, ist damit behoben. Gegenüber dem DD-Drehtisch bieten sie:

– massiv höhere Steifigkeit

– deutlich reduzierte Schlagempfindlichkeit

– hohe Genauigkeit

DD-Drehtische hingegen haben gegenüber Getriebe-Drehtischen folgende Vorteile:

– symmetrische Aussenabmessungen und damit thermisch und mechanisch einfacher in der Handhabung

– viel höhere Drehzahlen möglich

– meist wesentlich dynamischer im Betrieb

Besonderheit bei pL LEHMANN: Das eigenentwickelte PGD-Getriebe (preloaded gear drive) vereint die Vorteile der Getriebe-Drehtische mit jenen der DD-Drehtische, solange nicht Drehzahlen von über 200min-1 über längere Zeit benötigt werden. In Bezug auf Dynamik ist es vielen DD-Drehtischen sogar deutlich überlegen, dank der exklusiven, superschnellen Spindelklemmung. Auch gegenüber Roller-CAM-Getrieben haben die PGD-Getriebe wesentliche und vorteilhafte Unterschiede:

– echte Vorspannung, nicht nur eingepasst

– allseitig präzisionsgeschliffene Kontaktflächen

– hervorragende Dämpfungseigenschaften

– hoher Gleichlauf, was besonders im Schleifbetrieb hervorragende Resultate bringt

Nachteile

Viele Getriebe-Drehtische haben die folgenden Nachteile:

– Tangentiale Kollisionen oder Werkzeugbrüche können das Getriebe schädigen und zu teuren Reparaturen führen

– Infolge Umkehrspiel ist die absolute Genauigkeit eingeschränkt

– Das Getriebespiel muss im Laufe der Zeit nachgestellt werden, was aber bei einseitigem Abrieb später den Bewegungswinkel einschränken kann (ungenutzte Bereiche klemmen)

Diese Nachteile hat pL LEHMANN mit den beiden Versionen PGD-Getriebe weitgehend behoben. Das HIGH-Getriebe absorbiert selbst Schockbelastungen von über Faktor 10 des zulässigen Drehmomentes souverän.

Häufig gestellte Fragen

Warum werden eigentlich nicht öfter PGD-Getriebe von pL LEHMANN eingesetzt? 

Antwort: weil das Wissen oft noch zu wenig verbreitet ist oder der Preis als zu hoch angenommen wird. Letzteres ist aber kritisch zu hinterfragen, weil die PGD-Getriebe von pL LEHMANN bei korrektem Vergleich kaum wesentlich teurer sind als die meist asiatische Konkurrenz.

Weshalb werden nicht nur DD-Drehtische eingesetzt, da doch deutlich einfacher im Aufbau, räumlich oft kompakter (weil symmetrisch) und erst noch viel schneller? 

Antwort: Um ein Dauerdrehmoment von z.B. 150Nm zu übertragen, wird ein DD-Drehtisch mit einem 2-fachen bis 4-fachen Volumen benötigt. Zudem wird nicht selten ein deutlich grösserer Antriebsverstärker benötigt, was wiederum höhere Einmal- wie auch Betriebskosten zur Folge hat.

Wann werden klassische Schneckengetriebe denn überhaupt noch verwendet? 

Antwort: bei Spezialanwendungen in Bauform, Belastung und Kostenanforderungen bzw. immer, wenn Präzision und Speed keine Rolle spielen.